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Klimawandel & Klimaschutz

Nach Ostern ist es soweit: unsere Vortragsreihe zu Klimawandel & Klimaschutz startet am 20. April in die 6. Runde. In diesem Semester gibt es einige Beiträge zum Bereich Konsumwandel und wir schauen weiter darauf, wie wir ins Handeln kommen können. Natürlich informieren wir auch weiterhin über die Auswirkungen der Klimakrise.

Diesen Mittwoch macht Prof. Dr. Melanie Speck von der Hochschule Osnabrück mit „Ernährungssysteme gestalten: Wie wir gemeinsam die Wende schaffen“ den Auftakt.

Wie immer beginnen die Vorträge um 19 Uhr, der Einlass startet ab 18:30 Uhr. Die 2G-Regel gilt weiterhin. Diejenigen, die Veranstaltungen in Innenräumen noch meiden möchten, können die Vorträge und die Diskussion hier im Livestream verfolgen.

Bis dahin wünschen wir Euch Frohe Ostern! 💐🌼

Programm der 6. Vortragsreihe "Klimawandel & Klimaschutz" im Sommersemester 22. Die Liste der Veranstaltungen findet sich als Text auf der Webseite unter https://www.os-scientists4future.de/veranstaltungen/liste/
Programm der 6. Vortragsreihe „Klimawandel und Klimaschutz“ – Sommersemester 2022

Frieden und Gerechtigkeit

Frieden und Gerechtigkeit war ein Motto des globalen Klimastreiks am 25. März 2022. Unser Mitglied Carola Meyer hat eine kurze Rede gehalten (nachträglich aus dem Gedächtnis notiert):

Carola Meyer bei ihrer Rede auf den Stufen vor dem Theater in Osnabrück. Eine Fridays for Future Fahne hängt im Hintergrund.
Carola Meyer bei ihrer Rede auf dem Klimastreik am 25.03.2022

Hallo zusammen,

mein Name ist Carola Meyer. Ich bin Physikerin und darf hier für die Scientists for Future spreche. Manche von Euch kennen mich vielleicht schon. Ich durfte das schon öfter bei den Klimastreiks – danke dafür an die Fridays for Future – und tue das auch immer gern. Als Physikerin kann ich gut mit Zahlen und rechne hier auch schon gerne mal was vor. Ursprünglich wollte ich das auch heute machen. Ich habe den Koalitionsvertrag gelesen und wollte hier detailliert aufzeigen, warum es halt nicht reicht. 

Aber heute kann ich das nicht. Ich entschuldige mich dafür bei meinen Fellow Scientists. Ich kann es nicht, denn es ist nach knapp 25 Jahren wieder Krieg in Europa. Es ist Krieg in Europa und gestern habe ich die Bilder aus Mariupol gesehen. Und eigentlich sollte hier heute jemand stehen, der oder die vielleicht nicht so gut mit Zahlen ist wie ich, aber dafür besser mit Worten. Denn ich habe keine Worte.

Ich habe keine Worte für die Tatsache, dass jetzt eine Pipeline nicht in Betrieb genommen wird, die nie hätte gebaut werden dürfen. Und dass es dazu diesen Krieg brauchte. Ich habe keine Worte dafür, dass jetzt ein Tempolimit und autofreie Sonntage diskutiert werden, wo wir doch längst mitten in einer Mobilitätswende sein müssten. Ich habe keine Worte, dass wir jetzt schnell unabhängig werden sollen von russischem Erdgas, wo wir doch längst in einer Wärmewende sein müssten.

Und weil ich keine Worte finde, möchte ich Euch/Sie einladen mit mir zu Schweigen und der Menschen zu gedenken, die in diesem Krieg gestorben sind und derer, die auch heute sinnlos sterben und ermordet werden.

Schweigen

Danke. Es ist Krieg in Europa. Und wir sehen schon jetzt in den Diskussionen um die Benzin- und Energiepreise wie wichtig soziale Gerechtigkeit ist. Ohne sie werden wir die großen Transformationen, die anstehen, um das Pariser Klimaziel einzuhalten, nicht schaffen. Und wir müssen es schaffen! Nicht zuletzt um des Friedens willen! 

Zu Beginn dieser Woche ist gerade der Bericht der 2. Arbeitsgruppe des IPCC erschienen. Diese Gruppe beschäftigt sich mit den Folgen der Klimakrise für die Umwelt, insbesondere auf uns Menschen. Wenn wir es nicht schaffen, deutlich unter 2 Grad Erhitzung zu bleiben, dann wird es in Südeuropa zu Dürren und Ernteausfällen kommen. Das Wasser wird so knapp sein, dass es nicht genug zum Bewässern gibt. Die Preise auf Grundnahrungsmittel werden steigen. Und wir alle wissen, was das bedeutet. Der Bericht weist eindrücklich darauf hin, dass die Gefahr für gewalttätige Konflikte steigt. Natürlich sind Kriege nicht monokausal. Aber durch die Klimakrise brechen sie schneller aus und dauern länger. Wir wollen doch alle, dass unsere Kinder in Frieden leben können! Deswegen muss die Transformation gelingen. Und deshalb müssen wir darauf achten, dass die Maßnahmen zum Klimaschutz sozial gerecht gestaltet sind. Es ist wichtig, dass wir das im Blick behalten!

Umgekehrt brauchen wir aber auch Frieden, damit die Transformation gelingen kann. Wir brauchen beides: Frieden und Gerechtigkeit – Peace and Justice!

Dankschön!

Vortragsreihe „Klimawandel & Klimaschutz“ in Präsenz

Unsere 5. Vortragsreihe „Klimawandel & Klimaschutz“ startet am 3. November in Präsenz. Es gilt die 2G-Regel, die wir auch gewissenhaft kontrollieren werden. Daher starten wir mit dem Einlass ab 18:30 Uhr. Vortragsbeginn ist wie gewohnt um 19:00 Uhr. Den Auftakt macht Dr.’in Stefanie Arndt vom Alfred-Wegener Institut in Bremerhaven mit einem Bericht über die MOSAiC Expedition mit der Polarstern in der Arktis. Die Vorträge werden wir wieder aufzeichnen und ohne die anschließende Diskussion ein wenig zeitverzögert hier zur Verfügung stellen.

Wir freuen uns riesig, jeden zweiten Mittwoch endlich wieder von Angesicht zu Angesicht mit Euch/Ihnen diskutieren zu können!

 

Programm der 5. Vortragsreihe "Klimawandel & Klimaschutz" im Wintersemester 21/22. Die Liste der Veranstaltungen finden sich als Text auf der Webseite unter https://www.os-scientists4future.de/veranstaltungen/liste/
Programm der 5. Vortragsreihe „Klimawandel & Klimaschutz“

Globaler Klimastreik

Scientists for Future Infostand auf dem Williy-Brandt-Platz im September 2021. Viele Menschen am Pavillon und vor den Schautafeln.
Scientists for Future Infostand beim globalen Klimastreik auf dem Willy-Brandt-Platz.

Auf dem globalen Klimastreik am 25. September waren wir mit unserem Infostand vertreten. Dieser war über 3 Stunden lang gut besucht und wir hatten viele intensive Gespräche. Die Sketchnotes zum Klimawandel von Katharina Theis-Bröhl (S4F RG Bremerhaven) sind immer wieder ein Hingucker und eine große Hilfe. Die unter creative commons Lizenz stehenden Zeichnungen sind auch auf der zentralen S4F-Webseite im Wissenszentrum zu finden.

Annette Höhenberger erklärt einer interessierten Bürgerin eine Sketchnote zum Klimawandel.
Annette Hohenberger von S4F in der Diskussion während des Klimastreiks im September 2021 am S4F Infostand.

Unser Mitglied Carola Meyer hat eine kurze Rede zum neuen IPCC Bericht gehalten (nachträglich aus dem Gedächtnis notiert):

Hallo,

mein Name ist Carola Meyer und ich darf hier für die Scientists for Future sprechen. Wir haben uns gegründet, als den Fridays for Future noch gesagt wurde, sie sollten doch besser zur Schule gehen, um sie zu unterstützen. Denn sie haben recht!

Ich bin gebeten worden, heute etwas über den neuen IPCC Bericht, den Bericht des Weltklimarates, zu erzählen. Das mach ich auch gerne, denn ich bin Physikerin und der Teil, der jetzt veröffentlicht wurde, nennt sich „The physical science basis“. Auch wenn ich selbst keine Klimaforscherin bin, kann ich die physikalischen Grundlagen doch gut verstehen. Ich kann hier in 10 Minuten natürlich nur einen kleinen Ausschnitt präsentieren. Wer mehr und genaueres wissen möchte, kann gerne zu unserem Stand kommen. Ich halte auch gerne mal einen Vortrag dazu auf einer Veranstaltung, wenn Ihr das möchtet. Ich war nämlich so wütend über die Rezeption des Berichtes in den Medien – wütend und fassungslos – dass ich gleich mal Vortragsfolien erstellt habe.

Fassungslos war ich, weil wie zuletzt so offensichtliche Überraschung herrschte darüber, dass die 1.5 Grad Erderhitzung schon 2030 erreicht werden. Überraschend kommt da nämlich gar nichts. Die CO2 Budgets, die zu einer bestimmten Temperaturerhöhung führen, haben sich nämlich seit dem 1.5 Grad Bericht in 2018 nicht verändert. Wir haben nur fröhlich weiter emittiert und um diese Emissionen sind sie kleiner geworden. Damit wird es auch eher wärmer, denn wichtig ist nicht die Jahreszahl an sich, sondern eben das CO2 Budget. CO2braucht ca. 10 Jahre bis es in der Atmosphäre vollständig aktiv wird. D.h. das CO2 für 2030 haben wir bereits emittiert. Das können wir nicht mehr zurücknehmen.

Einen solchen Temperaturanstieg hat es in den letzten 100.000 Jahren nicht gegeben. Das sagt der IPCC Bericht. Dass wir das so genau wissen ist tatsächlich neu, denn das Paläoklima verstehen wir heute besser und genauer als in den vergangenen Berichten. Es ist so viel CO2 in der Atmosphäre wie zuletzt vor 2 Millionen Jahren. Da lebte grad mal so der Homo erectus. Unsere Menschenart gab es noch gar nicht. Wir verändern das Antlitz der Erde auf bisher nie dagewesene Weise. Und vieles davon kann nicht rückgängig gemacht werden wie der Meeresspiegelanstieg und geschmolzene Gletscher, die für hunderte und sogar tausende von Jahren nicht wiederkommen.

Was mich wütend gemacht hat, war die Behauptung, wir würden das alles ja gar nicht so genau wissen. Tatsächlich wissen wir das alles genauer als je zuvor. Das einzige, das noch recht ungenau ist, ist die Verbindung von Dürre mit dem Klimawandel. Das nennt sich „Attributionsforschung“ – also die direkte Verbindung zwischen Wetterextremen und dem menschgemachten Klimawandel herzustellen – und hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Das gab es in den früheren Berichten noch nicht. Bei der Dürre können wir bisher tatsächlich nur für den Mittelmeerraum und den Westen der USA sicher sagen, dass sie durch den Klimawandel häufiger auftritt und trockener ist. Das hängt damit zusammen, dass Dürre durch mehrere Parameter bestimmt wird, von denen jeder einzelne wieder fehlerbehaftet ist. 

Bei anderen Wetterextremen geht das aber deutlich genauer. Um ehrlich zu sein haben mich die kleinen Fehlerbalken sogar erschreckt. Starkregen z.B. hat weltweit zugenommen, in der Frequenz, aber mehr noch die Menge Wasser, die abregnet. Eigentlich nicht überraschend, denn wärmere Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen, so dass mehr Wasser abregnen kann. In Deutschland haben in diesem Sommer viele Menschen in NRW und Rheinland-Pfalz leidvoll erfahren müssen, was „mehr Wasser“ bedeutet.

Was natürlich auch weltweit zunimmt, sind Hitzextreme, Hitzewellen. Z.B. eine Hitzewelle, die ohne Klimawandel einmal alle 50 Jahre auftrat, tritt bereits heute alle 10 Jahre auf und ist gut 1 Grad heißer. Bei 1.5 Grad Erwärmung – und die sind ja bereits eingepreist – wird sie alle 5-6 Jahre auftreten und 2 Grad heißer sein. Und in einer 2 Grad wärmeren Welt – in der möchte ich eigentlich gar nicht leben – tritt sie dann alle 2-3 Jahre auf und ist ca. 3 Grad heißer. Das ist so ein Sommer wie im Dürrejahr 2018, in dem nach einer neuen Studie 20.200 Menschen in Deutschland durch die Hitzewelle zu Tode gekommen sind. Den Beginn der Klimakatastrophe sehen wir heute schon. Deutschland ist hier sehr schlecht aufgestellt, was die Anpassung angeht. Wir müssen unsere Städte unbedingt hitzeresilienter machen. Wir müssen jetzt etwas tun. 

Und hier hat der IPCC Bericht auch eine gute Nachricht, oder eine schlechte, je nachdem wie man es nimmt. Jede Tonne CO2 zählt! Jede Tonne, die emittiert wird lässt es heißer werden, jede Tonne CO2, die im Boden bleibt, ist eine gute Tonne, denn sie lässt es nicht heißer werden. Von daher haben wir es in der Hand, aber wir müssen jetzt machen, machen, machen! Alles und alle für’s Klima.

Dankeschön!

Alle fürs Klima

Am kommenden Freitag, den 24.09.2021, sind wir, die S4F-Regionalgruppe OS, ab 12 Uhr mit unserem Info-Stand auf dem Willy-Brandt-Platz anzutreffen. An diesem könnt Ihr euch über aktuelle Entwicklungen zum Thema Klimawandel und die notwendigen Klimaschutzmaßnahmen informieren. Gerne wollen wir dort auch mit Euch ins Gespräch kommen. Zwei Tage vor der Bundestagswahl möchten wir damit noch einmal auf die Dringlichkeit einer effektiven Klimaschutzpolitik hinweisen und einen Beitrag leisten, eine entsprechende Trendwende einzuleiten.

Parallel zu den Angeboten an unserem S4F-Informationsstand gibt es weitere Infostände und Redebeiträge zum Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit von den Fridays for Future Osnabrück und weiteren Organisationen der Klimaallianz Osnabrück.

Wer möchte, kann sich außerdem um 15 Uhr der Klimaschutz-Demonstration anschließen, die von den Fridays for Future Osnabrück organisiert und natürlich Corona-konform durchgeführt wird.

Wer zudem ein paar prominente Stimmen aus der deutschen Wissenschaft zum globalen Klimastreik am 24.09.2021 lesen möchte, kann sich auf der nationalen Webseite der Scientists for Future umgucken: https://de.scientists4future.org/

Und wer einen kurzen Überblick haben möchte, wieviel Klimaneutralität in den Wahlprogrammen der etablierten Parteien steckt, kann sich das Klimablatt anschauen, das Berlinerinnen und Berliner unter Beratung von Wissenschaftler:innen erstellt haben.

Wir freuen uns viele Interessierte Bürgerinnen und Bürger an unserem Info-Stand zu begrüßen und mit Euch ins Gespräch zu kommen!

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist map_Willy-Brandt-Platz_groesser-1024x586.png

Jetzt blüht’s!

Im Jahr 2019 haben wir gemeinsam mit den Aktiven von Fridays for Future eine Wildblumenwiese angesät und Baumpatenschaften übernommen. Dieses Frühjahr und Sommer entwickelte sich die Blumenwiese prächtig – da lohnt sich ein Besuch am Raiffeisenplatz.

Wildbiene auf Margerite im Juni 2021
Wilde Möhre, Weiße Lichtnelke und Königskerze Anfang Juli 2021
Biene sammelt Pollen in Mohnblüte
Kornblume, Mohn, Schafgarbe und Weiße Lichtnelke
Unsere Ansaat am Raiffeisenplatz im Juni 2021

Start in die 4. Vortragsreihe „Klimawandel & Klimaschutz“

Der Frühling naht und mit ihm die bereits 4. Edition unserer Vortragsreihe „Klimawandel und Klimaschutz“: ab Mittwoch, dem 28.4.2021, alle zwei Wochen und immer ab 19:00 Uhr, können Sie auf dem YouTube-Kanal der Universität Osnabrück die vielseitigen Vorträge ansehen und im Anschluss Ihre Fragen an die Expertinnen und Experten stellen.

Mit dabei sind diesmal u.a. apl. Prof. Dr. Niko Paech (Universität Siegen), der über Wirtschaftswachstum und dessen (Nicht-)Vereinbarkeit mit dem Klimaschutz berichtet, und die Osnabrücker Diplom-Psychologin Verena Kantrowitsch, die der Frage auf den Grund geht wie man die Themen der Klimakrise kommuniziert.

Auf unserer Seite zur Vortragsreihe sammeln wir für Sie die Videoaufzeichnungen der vergangenen Veranstaltungen.

Lassen Sie sich von uns an die Vorträge per E-Mail erinnern, damit Sie keine spannende Diskussion mehr verpassen!

Klimastreik in der Coronazeit, 2021

Wir waren mit einem Infostand beim letzten Klimastreik vertreten und sind bei der Demo mitgelaufen. Unser Mitglied Konrad hat eine kurze Rede gehalten:

Redebeitrag von Konrad Völkel auf dem Klimastreik. Foto: Volker Bajus

Liebe Demonstrant*innen,

Vor etwa 18 Jahren, im März 2003, haben die USA zusammen mit einer Reihe weiterer Staaten den Irak angegriffen, was schließlich zum Sturz Saddam Husseins führte.
Ich weiß noch genau, wie damals, ich muss in der 9ten oder 10ten Klasse gewesen sein, eine Unterrichtsstunde ausgesetzt wurde, damit alle darüber sprechen können, wie sie sich damit fühlen. Die mögliche deutsche Beteiligung war Thema zahlreicher großer Demonstrationen, auf denen auch viele Schüler sich politisiert haben.

Und ich weiß noch, wie ich mich gemeldet habe, um zu sagen
„warum reden wir über einen fernen Krieg, den wir Schüler nicht beeinflussen können, der ohne uns stattfindet, wie viele weitere auch. Warum reden wir nicht über den Klimawandel, der uns real betrifft und unser Leben lang betreffen wird?“
Aber ich erntete nur Schweigen.
Geschwiegen habe ich dann auch, im Glauben dass unsere Institutionen das Problem schon irgendwie lösen werden.

Das war ein großer Fehler!
Hätte ich mich bloß Freitags mit einem Schild vor das Rathaus gesetzt.

18 Jahre später wissen wir es nun also als Gesellschaft besser –
unsere Institutionen sind bisher mit einer Antwort auf die Klimakrise gescheitert,
es ist noch viel zu tun.

Wir demonstrieren heute hier und in der ganzen Welt, um darauf aufmerksam zu machen.
Um klar zu sagen, hier stimmt etwas nicht, so können wir nicht weiter machen.
Unser kollektives Handeln steht im drastischen Widerspruch
zu unseren kollektiven Zielvorstellungen vom Wohlstand und einer lebenswerten Umwelt.

Ich bin Mathematiker und bei Scientists for Future aktiv,
weil das intellektuelle Kapital einer wissenschaftlichen Ausbildung eben auch Kapital ist, und bei uns gilt: Eigentum verpflichtet!
Ich wünschte, dass mehr Menschen daran denken würden.

Die alte Erzählung, mit unserem individuellen Handeln, für das Fahrrad, gegen den motorisierten Individualverkehr, für vegane Ernährung, gegen Massentierhaltung, könnten wir den Klimawandel aufhalten, hat ausgedient.
Meine Eltern haben vielleicht noch geglaubt, dass der Einkauf im Bioladen die Welt rettet, aber ich sehe nur, dass wir keine Zeit haben, auf eine internationale Verzichtsbewegung zu warten.

Im Gegenteil. Wir haben genau dieses Jahrzehnt, bis 2030, Gelegenheit, großes Übel abzuwenden.
Das Absenken der Treibhausgasemissionen muss schnell genug gehen, denn maßgeblich ist nicht die „Deadline 2030“, wo man sich vorstellen könnte „2040 ist auch noch OK“, sondern maßgeblich ist das bis dahin emittierte CO2, Methan und Lachgas.

Wenn wir die Emissionen nicht senken, wird unser Budget in 9 Jahren aufgebraucht sein.
Halten wir das Budget ein, d.h. wir senken die Emissionen schnell genug und emittieren insgesamt nicht mehr als ca. 285 Gt, so bleibt uns eine 2/3-Wahrscheinlichkeit, die 1.5°C nicht zu überschreiten.
Eine 1/3-Chance, die 1.5°C zu überschreiten, das ist kein radikaler Klimaschutz – und doch ist nicht einmal das in Aussicht mit den Maßnahmen der aktuellen Bundesregierung.

Manchmal werde ich gefragt
„aber woher will man das so genau wissen?“
und kann nur sagen, es sind die gleichen Theorien und Methoden, die es uns ermöglichen, Raketen ins All zu schießen, dort Satelliten mit Atomuhren an Bord zu platzieren, damit ich in mein Handy reinsprechen kann „wie weit ist es bis zum Bahnhof“ und darauf eine präzise Antwort bekomme.
Physik und Statistik.
Wir wissen nicht nur genau, wie viel globale Erwärmung die Gigatonne CO2 bringt,
wir wissen auch ziemlich genau, wie genau wir das wissen.

Das ändert sich übrigens jenseits 2° globaler Erwärmung, die wir in weniger als 25 Jahren für nachfolgende Generationen besiegelt haben können. Denn dann verhagelt die große Zahl physikalischer Kipppunkte uns jede Modellrechnung.

Was Unbeherrschbarkeit einer globalen Krise bedeutet, spüren wir langsam. Sorgen wir dafür, dass wir in der Klimakrise nicht in diesen Bereich kommen. Und dafür demonstrieren wir heute.

Experiment gelungen!

Ein Experiment war es schon für uns, als wir im letzten Jahr unsere beliebte Vortragsreihe „Klimawandel und Klimaschutz“ in ein pandemietaugliches Online-Format überführt haben: aber es gelang! Nicht zuletzt dank des treuen Publikums, das uns zu vielen Vorträgen mit teils weit über 100 Zuschauenden beehrte.

Prof. Shoma Berkemeyer bei Erläuterungen zu ihrem Vortrag im Studio
Prof. Dr. Shoma Berkemeyer während Erkläuterungen zu ihrem Vortrag im Studio

Auch die Entscheidung, die Vorträge zugunsten einer Diskussion zu kürzen erwies sich als goldrichtig. Vielen Dank für die rege Diskussionsbereitschaft und die vielen Fragen, die uns auf verschiedenen Kanälen erreichten!

Wir nehmen all das hochmotiviert mit in das nächste Semester, denn natürlich setzen wir die Reihe fort! Wenn es die Corona-Lage zulässt, werden wir neben dem bekannten Online-Format dabei auch etwas größere Diskussionsrunden einstreuen.

Während der Pause können hier verpasste Vorträge und Diskussionen nachgeschaut werden: https://www.os-scientists4future.de/videos/

Drei der Vorträge aus dem letzten Semester werden zudem beim Deutschlandfunksender Dlf Nova zu hören sein.

Ganz zu Ende ist das Experiment noch nicht: am 10. März veranstaltet Prof. Marco Beeken aus der Chemiedidaktik einen Online-Workshop zum Thema Mikroplastik in der Umwelt mit einem Experimentier-Kit für zu Hause. Wir sind gespannt auf das Ergebnis!

Die nächste Vortragsreihe kommt!

Wenn Sie unsere Aktivitäten aufmerksam verfolgen, haben Sie sicher schon gesehen: die neue Vortragsreihe „Klimawandel & Klimaschutz“ läuft wieder an – am 4.11. ist es so weit. Den Anfang macht Thomas Fartmann mit einem Impulsvortrag zu Biodiversität in Mitteleuropa und einer anschließenden Diskussion der Zuschauerfragen. Seien auch Sie dabei, lassen Sie ihre Fragen von Experten beantworten!

Um im Chat mit dabei zu sein, direkt zu YouTube wechseln.

Zur Bewerbung in sozialen Medien und auf dem klassischen Print-Weg hat uns die Stabsstelle Kommunikation und Marketing der Universität Osnabrück unter die Arme gegriffen. Die Videos werden im Studio des VirtUOS der Universität Osnabrück produziert, und der (CO2-neutrale) Druck der Handzettel wurde uns durch eine Förderung der Sparkassen-Stiftung Osnabrück möglich. Danke dafür und Danke auch an die Referent*innen für ihre ehrenamtliche Arbeit sowie die zahlreichen Helfer*innen, die diese Vortragsreihe mit bewerben!

Wenn Sie keinen Vortrag verpassen möchten, können Sie sich von uns auch erinnern lassen:

Wenn Sie hier Ihre Adresse eintragen und dann auf "Erinnerung einschalten" klicken, werden wir Sie in eine Mailingliste eintragen. Sie können diese Eintragung jederzeit widerrufen. Wir werden Ihnen über diese Mailingliste ausschließlich zu jedem Vortrag der Vortragsreihe einen Tag vorab eine E-Mail schicken, sowie wenn sich an den Vortragsterminen etwas ändert (z.B. im Krankheitsfall). Ihre Adresse wird nur auf einem Server des Rechenzentrums der Universität Osnabrück gespeichert, nur für die Dauer der Eintragung.
Diese Anrede verwenden wir in den E-Mails. Sie können dieses Feld auch einfach leer lassen.
Poster zur Vortragsreihe "Klimawandel und Klimaschutz" im Wintersemester 2020 an Universität und Hochschule Osnabrück
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