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Globaler Klimastreik

Scientists for Future Infostand auf dem Williy-Brandt-Platz im September 2021. Viele Menschen am Pavillon und vor den Schautafeln.
Scientists for Future Infostand beim globalen Klimastreik auf dem Willy-Brandt-Platz.

Auf dem globalen Klimastreik am 25. September waren wir mit unserem Infostand vertreten. Dieser war über 3 Stunden lang gut besucht und wir hatten viele intensive Gespräche. Die Sketchnotes zum Klimawandel von Katharina Theis-Bröhl (S4F RG Bremerhaven) sind immer wieder ein Hingucker und eine große Hilfe. Die unter creative commons Lizenz stehenden Zeichnungen sind auch auf der zentralen S4F-Webseite im Wissenszentrum zu finden.

Annette Höhenberger erklärt einer interessierten Bürgerin eine Sketchnote zum Klimawandel.
Annette Hohenberger von S4F in der Diskussion während des Klimastreiks im September 2021 am S4F Infostand.

Unser Mitglied Carola Meyer hat eine kurze Rede zum neuen IPCC Bericht gehalten (nachträglich aus dem Gedächtnis notiert):

Hallo,

mein Name ist Carola Meyer und ich darf hier für die Scientists for Future sprechen. Wir haben uns gegründet, als den Fridays for Future noch gesagt wurde, sie sollten doch besser zur Schule gehen, um sie zu unterstützen. Denn sie haben recht!

Ich bin gebeten worden, heute etwas über den neuen IPCC Bericht, den Bericht des Weltklimarates, zu erzählen. Das mach ich auch gerne, denn ich bin Physikerin und der Teil, der jetzt veröffentlicht wurde, nennt sich „The physical science basis“. Auch wenn ich selbst keine Klimaforscherin bin, kann ich die physikalischen Grundlagen doch gut verstehen. Ich kann hier in 10 Minuten natürlich nur einen kleinen Ausschnitt präsentieren. Wer mehr und genaueres wissen möchte, kann gerne zu unserem Stand kommen. Ich halte auch gerne mal einen Vortrag dazu auf einer Veranstaltung, wenn Ihr das möchtet. Ich war nämlich so wütend über die Rezeption des Berichtes in den Medien – wütend und fassungslos – dass ich gleich mal Vortragsfolien erstellt habe.

Fassungslos war ich, weil wie zuletzt so offensichtliche Überraschung herrschte darüber, dass die 1.5 Grad Erderhitzung schon 2030 erreicht werden. Überraschend kommt da nämlich gar nichts. Die CO2 Budgets, die zu einer bestimmten Temperaturerhöhung führen, haben sich nämlich seit dem 1.5 Grad Bericht in 2018 nicht verändert. Wir haben nur fröhlich weiter emittiert und um diese Emissionen sind sie kleiner geworden. Damit wird es auch eher wärmer, denn wichtig ist nicht die Jahreszahl an sich, sondern eben das CO2 Budget. CO2braucht ca. 10 Jahre bis es in der Atmosphäre vollständig aktiv wird. D.h. das CO2 für 2030 haben wir bereits emittiert. Das können wir nicht mehr zurücknehmen.

Einen solchen Temperaturanstieg hat es in den letzten 100.000 Jahren nicht gegeben. Das sagt der IPCC Bericht. Dass wir das so genau wissen ist tatsächlich neu, denn das Paläoklima verstehen wir heute besser und genauer als in den vergangenen Berichten. Es ist so viel CO2 in der Atmosphäre wie zuletzt vor 2 Millionen Jahren. Da lebte grad mal so der Homo erectus. Unsere Menschenart gab es noch gar nicht. Wir verändern das Antlitz der Erde auf bisher nie dagewesene Weise. Und vieles davon kann nicht rückgängig gemacht werden wie der Meeresspiegelanstieg und geschmolzene Gletscher, die für hunderte und sogar tausende von Jahren nicht wiederkommen.

Was mich wütend gemacht hat, war die Behauptung, wir würden das alles ja gar nicht so genau wissen. Tatsächlich wissen wir das alles genauer als je zuvor. Das einzige, das noch recht ungenau ist, ist die Verbindung von Dürre mit dem Klimawandel. Das nennt sich „Attributionsforschung“ – also die direkte Verbindung zwischen Wetterextremen und dem menschgemachten Klimawandel herzustellen – und hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Das gab es in den früheren Berichten noch nicht. Bei der Dürre können wir bisher tatsächlich nur für den Mittelmeerraum und den Westen der USA sicher sagen, dass sie durch den Klimawandel häufiger auftritt und trockener ist. Das hängt damit zusammen, dass Dürre durch mehrere Parameter bestimmt wird, von denen jeder einzelne wieder fehlerbehaftet ist. 

Bei anderen Wetterextremen geht das aber deutlich genauer. Um ehrlich zu sein haben mich die kleinen Fehlerbalken sogar erschreckt. Starkregen z.B. hat weltweit zugenommen, in der Frequenz, aber mehr noch die Menge Wasser, die abregnet. Eigentlich nicht überraschend, denn wärmere Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen, so dass mehr Wasser abregnen kann. In Deutschland haben in diesem Sommer viele Menschen in NRW und Rheinland-Pfalz leidvoll erfahren müssen, was „mehr Wasser“ bedeutet.

Was natürlich auch weltweit zunimmt, sind Hitzextreme, Hitzewellen. Z.B. eine Hitzewelle, die ohne Klimawandel einmal alle 50 Jahre auftrat, tritt bereits heute alle 10 Jahre auf und ist gut 1 Grad heißer. Bei 1.5 Grad Erwärmung – und die sind ja bereits eingepreist – wird sie alle 5-6 Jahre auftreten und 2 Grad heißer sein. Und in einer 2 Grad wärmeren Welt – in der möchte ich eigentlich gar nicht leben – tritt sie dann alle 2-3 Jahre auf und ist ca. 3 Grad heißer. Das ist so ein Sommer wie im Dürrejahr 2018, in dem nach einer neuen Studie 20.200 Menschen in Deutschland durch die Hitzewelle zu Tode gekommen sind. Den Beginn der Klimakatastrophe sehen wir heute schon. Deutschland ist hier sehr schlecht aufgestellt, was die Anpassung angeht. Wir müssen unsere Städte unbedingt hitzeresilienter machen. Wir müssen jetzt etwas tun. 

Und hier hat der IPCC Bericht auch eine gute Nachricht, oder eine schlechte, je nachdem wie man es nimmt. Jede Tonne CO2 zählt! Jede Tonne, die emittiert wird lässt es heißer werden, jede Tonne CO2, die im Boden bleibt, ist eine gute Tonne, denn sie lässt es nicht heißer werden. Von daher haben wir es in der Hand, aber wir müssen jetzt machen, machen, machen! Alles und alle für’s Klima.

Dankeschön!

Alle fürs Klima

Am kommenden Freitag, den 24.09.2021, sind wir, die S4F-Regionalgruppe OS, ab 12 Uhr mit unserem Info-Stand auf dem Willy-Brandt-Platz anzutreffen. An diesem könnt Ihr euch über aktuelle Entwicklungen zum Thema Klimawandel und die notwendigen Klimaschutzmaßnahmen informieren. Gerne wollen wir dort auch mit Euch ins Gespräch kommen. Zwei Tage vor der Bundestagswahl möchten wir damit noch einmal auf die Dringlichkeit einer effektiven Klimaschutzpolitik hinweisen und einen Beitrag leisten, eine entsprechende Trendwende einzuleiten.

Parallel zu den Angeboten an unserem S4F-Informationsstand gibt es weitere Infostände und Redebeiträge zum Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit von den Fridays for Future Osnabrück und weiteren Organisationen der Klimaallianz Osnabrück.

Wer möchte, kann sich außerdem um 15 Uhr der Klimaschutz-Demonstration anschließen, die von den Fridays for Future Osnabrück organisiert und natürlich Corona-konform durchgeführt wird.

Wer zudem ein paar prominente Stimmen aus der deutschen Wissenschaft zum globalen Klimastreik am 24.09.2021 lesen möchte, kann sich auf der nationalen Webseite der Scientists for Future umgucken: https://de.scientists4future.org/

Und wer einen kurzen Überblick haben möchte, wieviel Klimaneutralität in den Wahlprogrammen der etablierten Parteien steckt, kann sich das Klimablatt anschauen, das Berlinerinnen und Berliner unter Beratung von Wissenschaftler:innen erstellt haben.

Wir freuen uns viele Interessierte Bürgerinnen und Bürger an unserem Info-Stand zu begrüßen und mit Euch ins Gespräch zu kommen!

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist map_Willy-Brandt-Platz_groesser-1024x586.png

Jetzt blüht’s!

Im Jahr 2019 haben wir gemeinsam mit den Aktiven von Fridays for Future eine Wildblumenwiese angesät und Baumpatenschaften übernommen. Dieses Frühjahr und Sommer entwickelte sich die Blumenwiese prächtig – da lohnt sich ein Besuch am Raiffeisenplatz.

Wildbiene auf Margerite im Juni 2021
Wilde Möhre, Weiße Lichtnelke und Königskerze Anfang Juli 2021
Biene sammelt Pollen in Mohnblüte
Kornblume, Mohn, Schafgarbe und Weiße Lichtnelke
Unsere Ansaat am Raiffeisenplatz im Juni 2021

Start in die 4. Vortragsreihe „Klimawandel & Klimaschutz“

Der Frühling naht und mit ihm die bereits 4. Edition unserer Vortragsreihe „Klimawandel und Klimaschutz“: ab Mittwoch, dem 28.4.2021, alle zwei Wochen und immer ab 19:00 Uhr, können Sie auf dem YouTube-Kanal der Universität Osnabrück die vielseitigen Vorträge ansehen und im Anschluss Ihre Fragen an die Expertinnen und Experten stellen.

Mit dabei sind diesmal u.a. apl. Prof. Dr. Niko Paech (Universität Siegen), der über Wirtschaftswachstum und dessen (Nicht-)Vereinbarkeit mit dem Klimaschutz berichtet, und die Osnabrücker Diplom-Psychologin Verena Kantrowitsch, die der Frage auf den Grund geht wie man die Themen der Klimakrise kommuniziert.

Auf unserer Seite zur Vortragsreihe sammeln wir für Sie die Videoaufzeichnungen der vergangenen Veranstaltungen.

Lassen Sie sich von uns an die Vorträge per E-Mail erinnern, damit Sie keine spannende Diskussion mehr verpassen!

Klimastreik in der Coronazeit, 2021

Wir waren mit einem Infostand beim letzten Klimastreik vertreten und sind bei der Demo mitgelaufen. Unser Mitglied Konrad hat eine kurze Rede gehalten:

Redebeitrag von Konrad Völkel auf dem Klimastreik. Foto: Volker Bajus

Liebe Demonstrant*innen,

Vor etwa 18 Jahren, im März 2003, haben die USA zusammen mit einer Reihe weiterer Staaten den Irak angegriffen, was schließlich zum Sturz Saddam Husseins führte.
Ich weiß noch genau, wie damals, ich muss in der 9ten oder 10ten Klasse gewesen sein, eine Unterrichtsstunde ausgesetzt wurde, damit alle darüber sprechen können, wie sie sich damit fühlen. Die mögliche deutsche Beteiligung war Thema zahlreicher großer Demonstrationen, auf denen auch viele Schüler sich politisiert haben.

Und ich weiß noch, wie ich mich gemeldet habe, um zu sagen
„warum reden wir über einen fernen Krieg, den wir Schüler nicht beeinflussen können, der ohne uns stattfindet, wie viele weitere auch. Warum reden wir nicht über den Klimawandel, der uns real betrifft und unser Leben lang betreffen wird?“
Aber ich erntete nur Schweigen.
Geschwiegen habe ich dann auch, im Glauben dass unsere Institutionen das Problem schon irgendwie lösen werden.

Das war ein großer Fehler!
Hätte ich mich bloß Freitags mit einem Schild vor das Rathaus gesetzt.

18 Jahre später wissen wir es nun also als Gesellschaft besser –
unsere Institutionen sind bisher mit einer Antwort auf die Klimakrise gescheitert,
es ist noch viel zu tun.

Wir demonstrieren heute hier und in der ganzen Welt, um darauf aufmerksam zu machen.
Um klar zu sagen, hier stimmt etwas nicht, so können wir nicht weiter machen.
Unser kollektives Handeln steht im drastischen Widerspruch
zu unseren kollektiven Zielvorstellungen vom Wohlstand und einer lebenswerten Umwelt.

Ich bin Mathematiker und bei Scientists for Future aktiv,
weil das intellektuelle Kapital einer wissenschaftlichen Ausbildung eben auch Kapital ist, und bei uns gilt: Eigentum verpflichtet!
Ich wünschte, dass mehr Menschen daran denken würden.

Die alte Erzählung, mit unserem individuellen Handeln, für das Fahrrad, gegen den motorisierten Individualverkehr, für vegane Ernährung, gegen Massentierhaltung, könnten wir den Klimawandel aufhalten, hat ausgedient.
Meine Eltern haben vielleicht noch geglaubt, dass der Einkauf im Bioladen die Welt rettet, aber ich sehe nur, dass wir keine Zeit haben, auf eine internationale Verzichtsbewegung zu warten.

Im Gegenteil. Wir haben genau dieses Jahrzehnt, bis 2030, Gelegenheit, großes Übel abzuwenden.
Das Absenken der Treibhausgasemissionen muss schnell genug gehen, denn maßgeblich ist nicht die „Deadline 2030“, wo man sich vorstellen könnte „2040 ist auch noch OK“, sondern maßgeblich ist das bis dahin emittierte CO2, Methan und Lachgas.

Wenn wir die Emissionen nicht senken, wird unser Budget in 9 Jahren aufgebraucht sein.
Halten wir das Budget ein, d.h. wir senken die Emissionen schnell genug und emittieren insgesamt nicht mehr als ca. 285 Gt, so bleibt uns eine 2/3-Wahrscheinlichkeit, die 1.5°C nicht zu überschreiten.
Eine 1/3-Chance, die 1.5°C zu überschreiten, das ist kein radikaler Klimaschutz – und doch ist nicht einmal das in Aussicht mit den Maßnahmen der aktuellen Bundesregierung.

Manchmal werde ich gefragt
„aber woher will man das so genau wissen?“
und kann nur sagen, es sind die gleichen Theorien und Methoden, die es uns ermöglichen, Raketen ins All zu schießen, dort Satelliten mit Atomuhren an Bord zu platzieren, damit ich in mein Handy reinsprechen kann „wie weit ist es bis zum Bahnhof“ und darauf eine präzise Antwort bekomme.
Physik und Statistik.
Wir wissen nicht nur genau, wie viel globale Erwärmung die Gigatonne CO2 bringt,
wir wissen auch ziemlich genau, wie genau wir das wissen.

Das ändert sich übrigens jenseits 2° globaler Erwärmung, die wir in weniger als 25 Jahren für nachfolgende Generationen besiegelt haben können. Denn dann verhagelt die große Zahl physikalischer Kipppunkte uns jede Modellrechnung.

Was Unbeherrschbarkeit einer globalen Krise bedeutet, spüren wir langsam. Sorgen wir dafür, dass wir in der Klimakrise nicht in diesen Bereich kommen. Und dafür demonstrieren wir heute.

Experiment gelungen!

Ein Experiment war es schon für uns, als wir im letzten Jahr unsere beliebte Vortragsreihe „Klimawandel und Klimaschutz“ in ein pandemietaugliches Online-Format überführt haben: aber es gelang! Nicht zuletzt dank des treuen Publikums, das uns zu vielen Vorträgen mit teils weit über 100 Zuschauenden beehrte.

Prof. Shoma Berkemeyer bei Erläuterungen zu ihrem Vortrag im Studio
Prof. Dr. Shoma Berkemeyer während Erkläuterungen zu ihrem Vortrag im Studio

Auch die Entscheidung, die Vorträge zugunsten einer Diskussion zu kürzen erwies sich als goldrichtig. Vielen Dank für die rege Diskussionsbereitschaft und die vielen Fragen, die uns auf verschiedenen Kanälen erreichten!

Wir nehmen all das hochmotiviert mit in das nächste Semester, denn natürlich setzen wir die Reihe fort! Wenn es die Corona-Lage zulässt, werden wir neben dem bekannten Online-Format dabei auch etwas größere Diskussionsrunden einstreuen.

Während der Pause können hier verpasste Vorträge und Diskussionen nachgeschaut werden: https://www.os-scientists4future.de/videos/

Drei der Vorträge aus dem letzten Semester werden zudem beim Deutschlandfunksender Dlf Nova zu hören sein.

Ganz zu Ende ist das Experiment noch nicht: am 10. März veranstaltet Prof. Marco Beeken aus der Chemiedidaktik einen Online-Workshop zum Thema Mikroplastik in der Umwelt mit einem Experimentier-Kit für zu Hause. Wir sind gespannt auf das Ergebnis!

Die nächste Vortragsreihe kommt!

Wenn Sie unsere Aktivitäten aufmerksam verfolgen, haben Sie sicher schon gesehen: die neue Vortragsreihe „Klimawandel & Klimaschutz“ läuft wieder an – am 4.11. ist es so weit. Den Anfang macht Thomas Fartmann mit einem Impulsvortrag zu Biodiversität in Mitteleuropa und einer anschließenden Diskussion der Zuschauerfragen. Seien auch Sie dabei, lassen Sie ihre Fragen von Experten beantworten!

Um im Chat mit dabei zu sein, direkt zu YouTube wechseln.

Zur Bewerbung in sozialen Medien und auf dem klassischen Print-Weg hat uns die Stabsstelle Kommunikation und Marketing der Universität Osnabrück unter die Arme gegriffen. Die Videos werden im Studio des VirtUOS der Universität Osnabrück produziert, und der (CO2-neutrale) Druck der Handzettel wurde uns durch eine Förderung der Sparkassen-Stiftung Osnabrück möglich. Danke dafür und Danke auch an die Referent*innen für ihre ehrenamtliche Arbeit sowie die zahlreichen Helfer*innen, die diese Vortragsreihe mit bewerben!

Wenn Sie keinen Vortrag verpassen möchten, können Sie sich von uns auch erinnern lassen:

Wenn Sie hier Ihre Adresse eintragen und dann auf "Erinnerung einschalten" klicken, werden wir Sie in eine Mailingliste eintragen. Sie können diese Eintragung jederzeit widerrufen. Wir werden Ihnen über diese Mailingliste ausschließlich zu jedem Vortrag der Vortragsreihe einen Tag vorab eine E-Mail schicken, sowie wenn sich an den Vortragsterminen etwas ändert (z.B. im Krankheitsfall). Ihre Adresse wird nur auf einem Server des Rechenzentrums der Universität Osnabrück gespeichert, nur für die Dauer der Eintragung.
Diese Anrede verwenden wir in den E-Mails. Sie können dieses Feld auch einfach leer lassen.
Poster zur Vortragsreihe "Klimawandel und Klimaschutz" im Wintersemester 2020 an Universität und Hochschule Osnabrück
Klicken Sie auf die Bilder für die PDF-Version

Kein Grad Weiter 2020

Wir waren auf der Demonstration am 25. September mit unserem Info-Material an einem Stand vertreten und haben diesen Flyer verteilt bevor wir mit unserem Banner auf der Demonstration mitgelaufen sind:

(Klick auf Bilder zum Vergrößern oder hier als PDF herunterladen)

Unser Mitglied Dr. Carola Meyer hat eine Rede gehalten:

Schön, wieder hier zu sein, schön, Euch wiederzusehen! Ich durfte schon letztes Jahr für Scientists for Future hier sprechen. Damals musste ich uns noch vorstellen. Ich glaube, heute brauche ich das nicht mehr zu machen. Wir sind die, die sagen, dass Ihr Recht habt und über den Klimawandel informieren, seine Folgen und was man dagegen tun kann. Wir tun das bundesweit, aber auch hier mit unserer Regionalgruppe in Osnabrück. Hier haben wir dazu eine Vortragsreihe „Klimawandel und Klimaschutz“ ins Leben gerufen, die aber leider im letzten halben Jahr coronabedingt ausfallen musste. Nun haben wir uns digital aufgestellt und machen weiter ab dem 4. November und streamen live über den YouTube Kanal der
Universität.

Corona – in letzter Zeit hört man häufiger, dass die Coronakrise und die Klimakrise mit einander verglichen werden. In manchen Punkten mag das auch korrekt sein. Persönlich mag ich diesen Vergleich aber nicht, denn an 2 wesentlichen Punkten ist er falsch. Bei Corona galt und gilt „flatten the curve“, d.h. die Zahl der Neuinfektionen wird nach einem Anstieg wieder sinken. Zudem wird es irgendwann keine nennenswerten Neuinfektionen mehr geben: im besten Fall durch einen Impfstoff, im schlimmsten Fall durch Herdenimmunität. Dies gilt für die Klimakrise keineswegs. Selbst, wenn wir es schaffen, die Erderhitzung auf 1.5 Grad zu begrenzen, wird es danach nicht wieder kälter. Jedenfalls nicht für viele tausend Jahre. Es gibt auch anders als bei Corona kein exponentielles Wachstum. Es ist im Gegenteil noch schlimmer. Beim Klima handelt es sich um ein metastabiles System. Es gibt Kipppunkte und wenn diese erreicht werden, dann wird es einfach immer wärmer, selbst wenn wir aufhören Treibhausgase zu emittieren. Es wird dann so heiß, dass wir nicht wissen, wie das Leben auf der Erde aussehen kann.

Dabei gibt es schon erste Anzeichen dafür, dass wir diese Kipppunkte erreichen: Die Brände in Kalifornien und in der Tundra. Gerade die in der Tundra führen zum Auftauen des Permafrostbodens und setzen dabei Methan frei, ein Treibhausgas, das um ein Vielfaches potenter ist als CO2. Die Kolleginnen und Kollegen vom Alfred-Wegner Insitut, die gerade auf der Polarstern sind, haben den Nordpol deutlich schneller erreicht als erwartet. Auch das ist keine gute Nachricht, bedeutet es doch, dass das Eis der Arktis stark zurückgeht. Viel schneller als erwartet. Wir müssen alles tun, um zu vermeiden, dass wir diese Kipppunkte erreichen. Und das bedeutet, so schnell wie möglich die Treibhausgasemissionen zu reduzieren.

Um das zu erreichen, brauchen wir eine große gesellschaftliche Wende. Und wir brauchen nicht eine Wende, wir brauchen viele Wenden: Wir brauchen die Energiewende, die Wärmewende, die Agrarwende, die Mobilitätswende, die Finanzwende, und vermutlich noch viele mehr. Und ich weiß, Ihr habt das Gefühl, in den letzten zwei Jahren nichts erreicht zu haben. Aber das stimmt nicht! Zum einen schärft die Politik gerade ihre ungenügenden Ziele nach – in der EU und auch in Deutschland. Und auch wenn das noch nicht reicht und sich auch noch nicht in Gesetzen wiederfindet, so fängt sich doch etwas zu bewegen an. Und das Dank Euch! Und Kolleginnen und Kollegen aus den Sozialwissenschaften und der Psychologie sagen, wir stehen an einem anderen Kipppunkt, einem sozialen, einem gesellschaftlichen Kipppunkt. Dies ist ein Kipppunkt, den müssen wir erreichen, und deswegen demonstrieren wir heute hier mit Euch! Das ist wie ein Stein der auf einem Berg liegt, wenn der einmal ins Rollen kommt, dann gibt es kein Halten mehr. Das wissen auch die Kräfte, die dagegen stehen. Deswegen arbeiten die so vehement, denn auch sie wissen, dass der Stein schon wackelt. Und wenn wir noch ein bisschen weiter drücken, wenn Ihr noch weiter macht, dann rollt er hinab ein eine andere Zukunft. Und in dieser Zukunft sehe ich z.B. wie in Osnabrück alle Dächer mit Solarzellen bestückt sind und die Stadt ihren gesamten Strombedarf durch Photovoltaik deckt. Die Rahmenbedingungen dafür sind noch nicht optimal. Genauso wenig für die Nutzung von Agrarphotovoltaik. Denn noch ist nicht vorgesehen, das Flächen gleichzeitig unterschiedlich genutzt werden können: für Landwirtschaft und zu Stromerzeugung.

Dafür, dass die Rahmenbedingungen für die Wende besser werden, demonstrieren wir. Denn die Erde darf sich nicht noch ein Grad wärmer werden. Der Stein wackelt, heute geben wir ihm einen weiteren Schubs. Dafür stehen wir neben Euch und gehen mit Euch!

In diesem Sinne: Kein Grad weiter!

Dr. Carola Meyer, 25.9.2020 im Schlossgarten Osnabrück

Start in den Winter 2020

Nachdem wir beim Basislager Piesberg die Möglichkeit hatten, uns draußen und mit Abstand wieder persönlich zu treffen, haben wir die Planungen für den Winter wieder aufgenommen.

So werden Sie bald hier die digitalisierte Fassung der Ausstellung „Re-Use“ unseres Mitglieds Roger Dietrich zu sehen bekommen.

Wir werden auf der Demonstration am 25.9. anwesend sein (mit Mund-Nasen-Schutz UND Abstand). Sie erkennen uns an einem Button „Scientists for Future“ mit den bekannten „warming stripes“ in blau und rot.

Im Wintersemester, beginnend im November 2020, werden wir auch endlich die beliebte Vortragsreihe „Klimawandel und Klimaschutz“ wieder aufleben lassen – diesmal digital, auf YouTube. Näheres erfahren Sie bald auf dieser Seite.