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Kurzbefragung „Mobilität in Osnabrück“ 2019

Im August 2019 wurden an verschiedenen Stellen in der Osnabrücker Innenstadt Personen per Interview zu ihrer Nutzung der Verkehrsmittel in Osnabrück befragt. Insgesamt nahmen 195 Personen an der Umfrage teil. Das durchschnittliche Alter der Befragten lag bei 47 Jahren, ca. die Hälfte der Teilnehmer*innen war weiblich.

Erste Ergebnisse der Studie sollen hier kurz vorgestellt werden:

Für gewöhnlich bewegen sich 24% der Befragten mit dem Fahrrad in Osnabrück fort, 21% mit dem Fahrrad in Kombination mit einem weiteren Verkehrsmittel (am meisten mit dem PKW). 21% bewegen sich mit dem PKW fort. Nur 13% nahmen den Bus und weitere 13% kombinierten den Bus mit einem weiteren Verkehrsmittel (am meisten mit dem Fahrrad oder mit dem PKW).

Weiterhin wurden die beiden Verkehrsmittel ÖPNV und Fahrradfahren näher beleuchtet.

Insgesamt wurde ersichtlich, dass der ÖPNV in Osnabrück eher negativ beurteilt wird (57%). Die häufigsten Gründe dafür sind der hohe Aufwand und die schlechte Verbindung. In der Befragung wurde jedoch auch deutlich, dass für einige der Befragten die Strecken in Osnabrück zu kurz sind, um einen Bus nehmen zu müssen und sie deshalb eher zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind.

Die Bewertung des ÖPNV wurde weiterhin erfragt, in dem Teilnehmende gebeten wurden, spontan drei Worte zu nennen, die sie mit dem ÖPNV in Verbindung bringen. Die Bewertung fiel auch hier überwiegend negativ aus (70% der Urteile). Auch hier wurden die Verbindung und die Unpünktlichkeit, sowie der Preis angesprochen.

Als zweites Verkehrsmittel wurde das Fahrrad explizit untersucht. Die Ergebnisse zeichnen ein etwas positiveres Bild: 54% bewerteten das Fahrradfahren als positiv und nur 19% als negativ. Die häufigsten Gründe für die positive Einschätzung waren die geringen Kosten und der geringe Aufwand, sowie die positive Bewertung der Aktivität.

Befragt nach drei Worten zum Fahrradfahren, gaben 57% negative und 43% positive Urteile ab. Besonders negativ wurde bewertet, dass die Befragten häufig Lebensgefahr oder starke Angst beim Fahrradfahren verspürten und es schlechte Radwege in Osnabrück gäbe. Als häufigstes positives Urteil wurde die Schnelligkeit der Fortbewegung genannt.

Fazit: Wenn es um die Fortbewegung innerhalb der Stadt Osnabrück geht, wird deutlich, dass vor allem Aspekte der Praktikabilität und der Effizienz im Vordergrund stehen. Der Aspekt „Umweltschutz“ spielte keine Rolle bei der Bewertung der unterschiedlichen Verkehrsmittel, außer in der positiven Bewertung der E-Busse auf den Linien M? und M?. Insbesondere beim Fahrradfahren stehen Aspekte der persönlichen Präferenz (mir gefällt die Aktivität) deutlich mehr im Vordergrund als bei der Nutzung der ÖPNV. Jedoch zeigen die Ergebnisse auch, dass in Sachen Verkehrssicherheit für Radfahrer*innen und Infrastruktur der Radwege noch Nachbesserungsbedarf besteht.

Befragt nach den Gründen, wie die Teilnehmer*innen den ÖPNV in Osnabrück fänden, antworteten 57% mit negativen, 33% mit positiven und 10% mit neutralen Urteilen. Die häufigsten Gründe für die Nutzung des ÖPNV waren:

  • der geringe Aufwand (13 Nennungen)
  • die geringen Kosten und die gute Verbindung (13 Nennungen)

Die häufigsten Gründe gegen die Nutzung des ÖPNV waren:

  • der hohe Aufwand (75 Nennungen)
  • die schlechte Verbindung (52 Nennungen)
  • die Abhängigkeit vom Zeit-/Verbindungsplan (16 Nennungen)

Weitere Gründe waren, dass

  • nur kurze Strecken zurückgelegt werden müssen (28 Nennungen)
  • mit dem PKW zur Arbeit gependelt wurde (18 Nennungen)
  • Fahrrad oder zu Fuß gehen bevorzugt wurde (13 Nennungen)

Befragt nach den Gründen, wie die Teilnehmer*innen das Fahrradfahren in Osnabrück bewerten würden, antworteten 54% mit positiv, 27% mit neutral und 19% mit negativ.

Die häufigsten Gründe für die Nutzung des Fahrrads waren:

  • die geringen Kosten/Aufwand (99 Nennungen)
  • positive Bewertung der Aktivität (52 Nennungen)

Die häufigsten Gründe gegen die Nutzung des Fahrrads waren:

  • der hohe zeitliche und körperliche Aufwand (25 Nennungen)
  • Einstellungen gegenüber dem Fahrradfahren, wie Angst (11 Nennungen)
  • Schlechte Infrastruktur, wie nicht ausgebaute Radwege (9 Nennungen)

Weitere Gründe waren, dass

  • Pendeln mit dem PKW zur Arbeit (37 Nennungen)
  • Kein Fahrrad vorhanden war (15 Nennungen)
  • Nur kurze Wege zurückgelegt werden müssen (11 Nennungen)

Interessant wurde es bei der Frage, drei Worte zum ÖPNV und zum Fahrradfahren zu sagen.

Insgesamt bewerteten 70% der Befragten den ÖPNV in ihren drei Worten mit negativen Urteilen, 23% mit positiven und 7% mit neutralen.

Die häufigsten drei positiven Worte zum ÖPNV:

  1. Gute Verbindung, gutes Busnetz (50 Nennungen)
  2. Nettes Personal, sauberer Bus (35 Nennungen)
  3. Elektronischer Bus (8 Nennungen)

Demgegenüber die drei häufigsten negativen Worte zum ÖPNV

  1. Schlechte Verbindung, schlechtes Busnetz (89 Nennungen)
  2. Zu teuer (57 Nennungen)
  3. Ungepflegter Bus, unfreundliches Personal, unfreundliche Mitfahrer*innen (56 Nennungen)

Insgesamt bewerteten 57% der Befragten das Fahrradfahren mit negativen Worten und 43% mit positiven Worten.

Die häufigsten drei positiven Worte zum Fahrradfahren:

  1. Schnell unterwegs (122 Nennungen)
  2. Gute Radwege (28 Nennungen)
  3. Die Aktivität gefällt mir (27 Nennungen)

Die häufigsten drei negativen Worte zum Fahrradfahren:

  1. Lebensgefahr, Angst (93 Nennungen)
  2. Schlechte Radwege (58 Nennungen)
  3. Die Aktivität gefällt mir nicht (43 Nennungen)

Wir möchten uns an dieser Stelle auch nochmals für die Mitwirkung bei der Datenerhebung bedanken bei Fridays for Future, Parents for Future, Psychologists for Future und Scientists for Future. Vielen Dank an Melanie Velarde für Studiendesign und -Auswertung sowie an Lea Fischer für die Präsentation der Ergebnisse.

Autor:

Wirtschaftswissenschaften, Universität Osnabrück